Zahlungsumfrage Türkei: Besseres Bild bei Zahlungsfristen, Unternehmen bleiben aber skeptisch bei wirtschaftlichen Aussichten

Unmittelbar nach der Rezession, in die die Wirtschaft in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 geriet, bleibt der private Sektor in Bezug auf die wirtschaftlichen Aussichten uneinheitlich.
Zahlungsziele: Kürzere Laufzeiten spiegeln Präferenz für Liquidität wider

Die Verschlechterung des Cashflows hat sich verlangsamt, und weniger Unternehmen haben ihre Zahlungsbedingungen verschärft. Aktuell beträgt das durchschnittliche Zahlungsziel, das türkische Unternehmen ihren Kunden einräumen, fast 85 Tage auf dem Inlandsmarkt und 69 Tage auf den Exportmärkten (gegenüber 108 Tagen im Jahr 2017). Dennoch ist die durchschnittliche Zahlungsfrist im internationalen Maßstab nach wie vor lang. In der Türkei verlangen nur 40 Prozent der Unternehmen von ihren Exportkunden, dass die Zahlungen innerhalb von 60 Tagen erfolgen. Auf dem Inlandsmarkt ist dieser Anteil mit 33 Prozent noch geringer.

Als Schlüsselfaktoren, die die Unternehmen dazu drängen, auf Zahlungsziel zu verkaufen, werden der Liquiditätsengpass der inländischen Kunden und der Wettbewerb auf den Exportmärkten genannt. Trotz der jüngsten Verbesserungen bleiben Kredite weiterhin ein Thema für den türkischen Unternehmenssektor.

Hinsichtlich der zukünftigen Zahlungserfahrungen haben die Unternehmen eine vorsichtigere Sichtweise. Tatsächlich erwarten 46 Prozent der befragten Unternehmen, dass sich die Zahlungsfristen auf dem Inlandsmarkt im Jahr 2020 verlängern werden, während 45 Prozent längere Laufzeiten auf den Exportmärkten erwarten. Diese Angaben liegen jedoch sehr nahe bei denen, die erwarten, dass die Zahlungsbedingungen auf dem Inlandsmarkt (45%) und dem Exportmarkt (44%) unverändert bleiben.

Unternehmen bleiben hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten zurückhaltend, insbesondere in den Sektoren Papier, Pharmazie, Metall und Bauwesen

In den vergangenen zwei Jahren sind die Zahlungsverzögerungen für türkische Unternehmen zurückgegangen. Sie beträgt im Durchschnitt 41 Tage auf dem Inlandsmarkt und 58 Tage bei Exportverkäufen.

Für den Fall, dass die Forderungen auf dem Inlandsmarkt nicht eingezogen werden können, decken 40 Prozent den Ausfall aus Eigenmitteln ab, während 28 Prozent Bankkredite aufnehmen. Mehr als ein Drittel der Unternehmen (37%) verlangen von ihren Kunden eine Anzahlung. Für türkische Unternehmen ist die Inanspruchnahme einer Kreditversicherung kein automatischer Prozess, auch wenn ihre Funktion einer Mehrheit (62%) bekannt ist. Nur 26 Prozent nutzen sie gegen eine mögliche Nichtzahlung ihrer Kunden.

Trotz der jüngsten wirtschaftlichen Erholung erwarten viele Unternehmen (44%) immer noch, dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen in der Türkei im Jahr 2020 verschlechtern werden. Die Sektoren Papier, Pharmazie, Metall und Bau gehören zu den pessimistischsten. Härtere Bedingungen für den Zugang zu Finanzierungen und eine geringere Inlandsnachfrage gehören zu den Faktoren, die die Zahlungsfähigkeit der Unternehmen belasten würden. Trotz dieser Herausforderungen ist die Bereitschaft zu Neuinvestitionen im Jahr 2020 in einigen Sektoren wie der Pharma- und der Agrarnahrungsmittelwirtschaft nach wie vor hoch. Auf der Exportseite geben sich die Automobilunternehmen vergleichsweise vorsichtig: Davon haben fast 20 Prozent der Unternehmen niedrigere Erwartungen an die Exporteinnahmen im Jahr 2020. Bei allen Unternehmen sind es nur 9 Prozent.

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Autor

Carina Reile

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